Spielen mit "Freunden" verbieten?

JanineVJanineV

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bearbeitet 8. 06. 2006, 16:40 in Unsere "Grossen"
Hallo,
seit einiger Zeit beschäftigt mich ein großes Problem, bei dem ich mir nun mittlerweile wirklich nicht mehr zu helfen weiß.
Leider wird´s wohl ein etwas längerer Text, um die Situation einigermassen zu beschreiben.

Im November sind meine Tochter (4) und ich zu meinem Mann gezogen, der in einem Haus mit Schwager und Schwägerin wohnt. Sie haben zwei Kinder (Mädchen 6 & Junge 8), mit denen meine Tochter zwischendurch immer mal gerne gespielt hat, meistens bei denen in der Wohnung. Da fiel mir schon auf, dass Liv danach wie von Sinnen war, meist gab es großes Geheule, wenn wir sie abgeholt haben und die nächsten zwei, drei Tage danach gab sie ziemlich patzige Antworten. Ein paar neue Wörter wie "Pisser" hatte sie dann auch meist auf Lager..
Somit habe ich die Tage, an denen sie zu ihnen durfte immer mehr reduziert, da ich bereits da davon ausging, dass der Umgang mit den Kindern, meiner Tochter irgendwie nicht gut tut.
Mittlerweile ist aber das Wetter schön und somit gehen wir gerne in den allgemeinen Hausgarten. Was sich nicht vermeiden lässt, ist die Anwesenheit der anderen Kinder und somit auch der Wunsch von Liv, mit ihnen zu spielen. Ich habe nun seit einigen Wochen ihre Art von "Spiele" beobachtet, meist ist Liv die Doofe, die alles hinterhertragen muss, wenn sie etwas sagen möchte, hört ihr keiner zu und der Ton mit dem sie mit ihr sprechen, ist total pampig. Wenn andere Kinder und somit weitere potenzielle Spielgefährten, ist sie völlig abgemeldet.
Die Mutter, also meine Schwägerin, sitzt dann meistens ebenfalls im Garten, ignoriert das aber alles, da sie eine antiautoritäre Erziehung befürwortet. Sie darauf ansprechen darf man aufgrund des "Familienfriedens" eigentlich auch nicht, da unser Verhältnis seit Beginn an, eh superangespannt ist und sie sich sofort und bei allem auf den Schlips getreten fühlt.
Trotz alle dem hängt meine Tochter sehr an diesen bedepperten Kindern und will am liebsten rund um die Uhr mit denen spielen. Sicher liegt es auch daran, dass es im Grunde momentan die einzigen "Freunde" sind, da wir ja erst recht kurz hier wohnen und sie erst ab August einen Platz im Kindergarten bekommen hat.
Dennoch würde ich ihr am liebsten verbieten, mit ihnen zu spielen. Sie sind rotzfrech, hinterhältig und nutzen sie im Grunde eh nur aus, solange kein anderes Kind da ist.
Ich weiß aber nicht, ob das eine gute Lösung ist, da sie ja ihre eigenen Erfahrungen machen muss und im Kindergarten kann ich es letztlich auch nicht beeinflussen, mit wem sie spielt. Ausserdem kann ich sie ja einfach auch sehr schlecht einsperren, wenn die Sonne scheint. :sad:
Aber trotzdem würde ich ihr so gerne die Augen öffnen, ihr begreiflich machen, dass all die Tränen abends, wenn ich sie reinhole, total ungerechtfertigt sind. Ständig erzählt sie von den beiden, verweigert das Mittagessen oder will nur eine Miniportion, damit sie schnell wieder in den Garten darf, usw. Letztens besprach ich mit meinem Mann, dass wir für zwei Wochen zu meiner Mutter in die Schweiz fahren um Urlaub zu machen. Meiner Tochter liebt ihre Oma, trotzdem fing sie sofort an zu heulen, dass sie nicht so lange weg will, weil sie dann doch die beiden Kinder vermissen würde..
Ich bin mit meinem Latein wirklich am Ende und hoffe sehr, jemand kann mir einen Rat geben.

Viele Grüße,
Janine

Kommentare

  • CarolCarol

    1,315

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Das es dir weh tut, dabei zuzusehen, kann ich mir vorstellen, aber ich denke, du würdest ein "Spielverbot" nicht durchsetzen können. Und im Endeffekt ist es ja auch in der Verantwortung deiner Tochter, sich die Menschen auszusuchen, mit denen sie ihre Zeit verbringt. Solange sie da keine Schäden vonträgt, würde ich sie machen lassen. Ich weiß aus Erfahrungm, das große Geschwister oft in der Art mit den Kleineren umgehen. Sie wird sich schon irgendwann zur Wehr setzten.
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 1. 09. 2006, 01:16
    Verbieten kannst Du ihr das Spielen im Garten nicht. Aber Du kannst Ihr vielleicht Alternatven aufzeigen. Geh´ doch mit ihr mal andere Freunde suchen - vielleicht auf einem Spielplatz in der Nähe. Oder frag´ mal im KIGA ob sie nicht doch schon einmal ab und zu schnuppern kommen darf...
  • LenchenLenchen

    4,118

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Die Bescheibung hat mich jetzt voll betroffen gemacht, weil sie mich so an die Art erinnert, mit der ich früher meine kleine Schwester behandelt habe. :oops: Und sie war trotzdem immer so selig, wenn sie mit mir und meinen Freundinnen spielen durfte, dass sie immer bereit war, die Bösewichte zu spielen, oder irgendeine Nebenrolle, die man in den Schrank sperrt und dann da vergisst. :oops: :oops:

    Bei meiner Schwester war es dann so, dass sie irgendwann halt ihre eigenen Freundinnen hatte. Ich glaube nicht, dass sie schlimme Schäden davongetragen hat. Wenn wir darüber reden, sagt sie natürlich schon, dass es eigentlich ganz schön gemein war, aber dass ihr das Spielen trotzdem gefallen hat. Ich glaube, Kinder sind von Natur aus viel mehr bereit, sich in der natürlichen Altershierarchie unterzuordnen. Sie haben ja noch keine Ahnung von demokratischen Werten und so. Wahrscheinlich ist es für dich viel schlimmer, zuzusehen, als für deine Tochter, das zu erleben.

    Dass dir das nicht gefällt, kann ich gut verstehen. Ich würde auch vorschlagen, halt öfter mit ihr auf den Spielplatz zu gehen. Oder gibt es vielleicht irgendwelche Spielgruppen bei euch, wo sie Freunde finden könnte? Ansonsten erledigt sich das bestimmt, wenn sie in den Kindergarten kommt, oder schwächt sich zumindest ab.
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich sehe das wie Lenchen und ich war eine kleinere Schwester. ;-)

    hast du denn mal mit den Kindern gesprochen, dann wenn sie konkret unfair oder gemein zu ihr waren? Also sie gefragt, warum sie das tun und ihnen gesagt, daß das nicht nett ist, und vorschlagen, wie man das vielleicht fairer lösen könnte?
    Von Verboten halte ich nichts, deine Tochter möchte ja mit ihnen spielen - wenn ihr das nicht gefallen würde, würde sie das äußern. Außderdem ist es dem Hausfrieden sicher nicht zuträglich und mit den direkten Nachbarn Stunk zu haben, noch dazu wenn es Verwandte sind, ist oberdoof.
    ich würde auch auf den Kindergarten und neue Freundschaften hoffen, oder öfter mit ihr zu einem Spielplatz gehen, wo sie andere Kinder trifft.
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