Sorgen ums Kind

Kati73Kati73

458

bearbeitet 12. 11. 2009, 16:38 in Kummerkasten
Hallo zusammen,

langsam glaub ich ehrlich, ich brauche psychologische Hilfe. Unsere Kleine ist ein rechter Wildfang und am Montag bei uns im Haus die Steintreppe kopfüber runtergepurzelt. Riesenschock! Stirn blau, Blut aus dem Auge (dachten wir - war aber letztendlich nur ein Kratzer)... KH - alles neurologisch ok, 48 Std. beobachten usw. Gut - bisher war nix. Jetzt ist sie mir gestern beim Anziehen ausgebüchst und im vollen Lauf gestolpert und wieder mit der Stirn aufs Schaukelpferd gedonnert. Nächster blauer Fleck...
Jetzt hat sie seit gestern komischen Ausschlag - siehe Krankheitsforum - und ich bin mit meinen Nerven total am Ende.

Einige Zeit nach dem Treppensturz bin ich total zusammengebrochen, weil ich in diesem Moment, als ich mein Kind sah, ehrlich dachte, jetzt ist der Kopf kaputt, jetzt bricht sie gleich zusammen und atmet nicht mehr und stirbt.. Dieses Bild ist so eingebrannt, und die Angst auch.. ich fange teilweise völlig unvermittelt an zu zittern oder zu heulen, weil ich mit dieser ganzen Angst um sie einfach nicht mehr umgehen kann.. Mein Mann sagt jetzt, ich muss mir helfen lassen, weil ich nicht ständig vor Katharina zu heulen anfangen kann. Er ist eher der coolere. Sagt, was passiert, passiert eben und man kann es nicht ändern. Tolle Einstellung.

Ich liebe mein Kind über alles und würde es nicht überleben, wenn ihr jemals etwas passieren würde. Aber ich kann mit dieser Angst nicht mehr weitermachen.

Kennt das jemand von Euch? Was würdet ihr tun..?

Danke
Kati

Kommentare

  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 01:00
    Ich kann Deine Angst verstehen und ehrlich gesagt, hat doch jede Mutter Angst um ihr Kind.
    Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute.
    Wenn solche Unfälle passieren wird einem sehr vor Augen geführt, wie kostbar das Leben ist und wie sehr man doch aufpassen muss.
    Kati73 schrieb:
    Ich liebe mein Kind über alles und würde es nicht überleben, wenn ihr jemals etwas passieren würde. Aber ich kann mit dieser Angst nicht mehr weitermachen.
    Aber was willst Du tun? Nicht böse verstehen, aber das ist nunmal das Leben und man kann nur gucken, daß man schlimme Unfälle zu verhüten weiss. Aber wie soll man ins Schicksal eingreifen? Das geht gar nicht und mit dieser Unsicherheit muss man leben.
    Es gibt immer mal wieder Zeiten im Kinderleben, wo sie besonders rabaukenhaft sind und keinen Sturz auslassen. Habe ich hier auch schon gehabt. Aber ich habe auch gelernt, daß die Kleinen ganz schön viel abkönnen.
    Ebenso kann einem völlig bedachten und ruhigem Kind ein Unfall passieren, den man nie für möglich gehalten hätte. Man kann nicht immer überall dabei sein. Man kann es nur eingrenzen.

    Ich denke, Du wirst mit der Angst leben müssen, so hart das klingt.
    Kopf hoch, vielleicht muß mal ein wenig Zeit vergehen nach diesem Sturz... :troest:

    Ach so, wie es mit psychologischer Hilfe in diesem Zusammenhang aussieht, da kann ich leider nix zu sagen. Keine Ahnung, wen und ob man da jemanden ansprechen kann.
  • sophie33sophie33

    1,977

    bearbeitet 30. 11. -1, 01:00
    hallo,

    ich kenne mich medizinisch da nicht aus und weiss ja nicht, wie du vor dem sturz mit deinen aengsten umgegangen bist, aber koenntest du nicht einen leichten schock erlitten haben? ein schrecklicher anblick kann doch, soweit ich weiss, einen schock ausloesen. und zitteranfaelle klingen jetzt in meinen ohren nicht so gut. keine ahnung. vielleicht kann und muss man das behandeln.
    und ansonsten... ich finde es normal, dass man sich als eltern unheimlich sorgen um seine kinder macht und das gefuehl hat, es nicht ueberleben zu koennen, wenn ihnen etwas zustossen wuerde. ist schon klar, dass immer mal was passieren kann und man im prinzip nicht viel dagegen machen kann. nichtsdestotrotz verstehe ich jetzt meine mutter, die frueher solange wach lag, bis ich - als teenager - von der party, aus der disco, etc. wieder nach hause kam, sprich bis sie das tuerschloss und dann meine schritte auf der treppe gehoert hat. und ich hab das immer als gluckenverhalten abgetan :oops: :sad: .

    LG
    sophie
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 01:00
    Carlo hatte vor einigen Jahren einen ziemlich schlimmen Unfall, da ist er beim Skaten mit dem Hinterkopf auf ne Kante geknallt und war kurz bewußtlos. Er ist dann von seinen Freunden heimgebracht worden und wir sind dann natürlich sofort ins Krankenhaus. Aber er hat dann so ca. 2 Tage lang kein Gedächtnis gehabt und hat ständig die gleichen Fragen gestellt, wie: Was ist heute für ein Tag? Warum fühl ich mich so komisch? Wo sind meine Freunde? Sind eigentlich gerade Herbstferien? Und das in Endlosschleife, bis sein Gedächtnis dann wiederkam.

    Na ja, was ich sagen will, ich hatte dieses Bild und dieses völlig verzweifelte Gefühl, dass er nicht mehr "zurückkommt" ziemlich lange und bin oft nachts aufgeschreckt, weil ich das wieder und wieder erlebt habe. Es hat sich gelegt, das Gefühl und die Angst, dass dem Kind was schreckliches passiert.

    Nach so einem Unfall, glaub ich, kann deine Reaktion total normal sein, eben sowas wie ein Schock, aber langfristig kann man damit nicht leben, sonst wirst du ja verrückt vor Angst. Ich würde jetzt einfach mal noch eine Weile abwarten und versuchen, mich zu beruhigen und wenn es sich wirklich nicht legt, dann mußt du nochmal weiter überlegen.

    Unfälle können echt nicht vermieden werden und auch wenn sie schrecklich sind und sein können, das ist die Realität und meistens geht es ja gut.

    Wenn ich die ganze Zeit dran denken würde, was alles passieren kann (wenn die Kinder Auto fahren, nachts unterwegs sind usw.), dann würde ich ja an nichts anderes mehr denken und das ist eben nicht gut für dich. Aber dass wir Mamas unterschwellig immer Angst haben um die Kinder, das halte ich für normal, nur halt nicht, sich zuviel damit zu beschäftigen. Verstehst du wie ich meine?
  • bearbeitet 30. 11. -1, 01:00
    Vor ca. 1,5 Jahren bin ich mit beiden Zwillingen auf dem Arm bei uns in der alten Wohnung die Steintreppe runtergesegelt. Mir selber ist dabei nichts passiert, aber die beiden Kleinen sind mit den Köpfen voll gegen die Wand, bzw. die Kante der Haustür geknallt. Elijah hatte ne riesen Platzwunde auf der Stirn und das ganze Gesicht voller Blut, bei Vincent hat zwar nichts geblutet, dafür ist sein ganzes Gesicht angeschwollen wie ein Ballon. Ich hab ihn angeschaut und gedacht, da ist alles gebrochen. Das war soooo schrecklich. Als wir im KH angekommen sind, war ich nur noch fertig, wäre fast zusammengeklappt, weil ich mir solche Vorwürfe gemacht hab und einfach wahnsinnige Angst hatte, dass da was Schlimmeres passiert ist. Wir waren dann wie ihr auch 48 Stunden zur Beobachtung im KH und es war GsD weder irgendwas gebrochen noch sonst irgendwas ausser eben den äusserlichen Verletzungen, die natürlich schlimm genug waren.

    Mir ging dieser Vorfall auch ewig lange nach, ich hab dauernd geheult und hatte einfach Angst und hab mir ausgemalt, was alles Schlimmes hätte passieren können. Mit der Zeit hat das auch wieder nachgelassen, hat aber eine Weile gedauert. Ich kann das total verstehen, dass du noch durch den Wind bist wegen dem Unfall. Du schreibst ja, das ist erst vergangenen Montag passiert, also noch nichtmal eine Woche her. Ich denke, du brauchst einfach noch Zeit, um das zu verarbeiten, ging mir wie gesagt nicht anders. Ich hab mich z.B. auch eine ganze Weile nach dem Sturz nicht getraut, mit nem Kind auf dem Arm die Treppe runterzugehen, weil ich wahnsinnige Angst hatte, dass ich wieder stolpere und wir hinfallen. Aber auch das ist vorbeigegangen.

    LG
    Kathrin
  • NaseweisNaseweis

    5,435

    bearbeitet 30. 11. -1, 01:00
    Hi,

    :troest: welches Mutterherz kennt diese Sorge nicht. Ich kann dich sehr gut verstehen. Manchen Kindern passieren solche Unfälle nie und andere ziehen sie magisch an. So eine ist Mara auch...was sie stürzt und immer Glück im Unglück hat, das mag man kaum glauben! Vom Eck des Tisches (Wo wir übrigens diese abdeckungen rangeklebt hatten und sie immerwieder weggeknibbelt hat!) und sämtlichen mega Beulen am kopf :groggy: !
    Leider ist es tatsächlich so, dass man solche dinge nicht verhindern kann...auch wenn man schon alles mögliche absichert und die Augen drauf hat. Wenn Mara in den Kindergarten geht, da ist mir oft mulmig, ich habe Angst das ihr da was schreckliches passiert und ich habe es nicht in der Hand. Oftmals sind Erzieher da ja lockerer wie wir Eltern. Es macht mich auch oft sehr verrückt wenn ich denke eines meiner Kinder könne was passieren...gerade wenn sie nicht bei mir sind. Da ist es eigentlich am schlimmsten.
    Könnte mir auch sehr gut vorstellen, das du einen Schock erlitten hast durch den Sturz. :troest: und leider steckt man wirklich nicht dahinter...man muss versuchen, dass man sich da keine Gedanken macht und sich solche Dinge nicht ausmalt 'was wäre wenn' usw. man wird echt verrückt und vergisst dabei sich am kind und an den schönen Dingen zu erfreuen. Kaum zu glauben, dass ich sowas schreibe, denn mir fällt sowas auch ungemein schwer. Lass dich mal drücken! :troest:
  • Kati73Kati73

    458

    bearbeitet 30. 11. -1, 01:00
    Danke für die vielen lieben Antworten - es ist schön, zu wissen, dass man nicht alleine da steht und solche Ängste aussteht.

    Bei mir ist es jetzt auch wieder heute morgen das Abgeben in der Kita gewesen - was wenn das Telefon klingelt und irgendwas ist ? .... Tja, es geht mir schon etwas besser - heule nicht mehr so viel... aber der Schock sitzt sehr tief und ich würde sie am liebsten in Watte packen und nicht mehr laufen lassen.... ;-)

    Danke nochmal!
  • NaseweisNaseweis

    5,435

    bearbeitet 30. 11. -1, 01:00
    Ja das habe ich mir auch schon vorgestellt...was wenn das Tele klingelt usw.
    Kannst du dich mit irgendwas ablenken? Vielleicht hilft ja was...hmm.
    Ja in Watte packen wäre sehr gut :biggrin: ! Aber spass beiseite...ich versuche meinen kindern (nun sie sind etwas grösser , aber Mara versteht vieles auch noch nicht) immer zu erklären, was hie und da passieren kann. Aber weisst du, manchmal muss man sie dennoch machen lassen...das ist es ja :roll: ! Sie müssen ja auf dem Spielplatz rumklettern und solche dinge, wie sollen sie sonst selbstvertrauen bekommen?
  • RomanceRomance

    1,686

    bearbeitet 30. 11. -1, 01:00
    Ich kann Dich auch sehr gut verstehen, ich hatte nach Fiona`s Fieberkrämpfen panische Angst, dass nochmal erleben zu müssen. Beim zweiten, als der Arzt im Krankenhaus lieb zu mir sagte, dass ich ja beim zweiten Mal sicher anders mit der Situation umgegangen wäre, bin ich heulend zusammengebrochen. Ehrlich gesagt, hatte ich beim zweitenmal sogar noch mehr Angst.

    Ich hab aber allgemein große Angst vor Unglücken, mein Opa starb als ich klein war ganz plötzlich und meine Oma ebenfalls. 2002 ist ganz plötzlich an meinem Geburtstag mein Stiefvater verstorben, er lag zwar lange auf Intensiv, aber dennoch kam der Tod unerwartet für uns. Letztes Jahr an meinem Geburtstag ging es meiner Kleinen extrem schlecht, sie hat stark erbrochen, wieder und wieder, war dann beim Notdienst nach 1 Stunde warten extrem kaltschweißig und apathisch und ich hatte nur noch Panik. Zum Glück waren wir ja bereits im KH und sie wurde dann aufgenommen. Aber ich hab jetzt 3 Tage vor meinem Geburtstag wieder mit den Erinnerungen zu kämpfen, die Maus ist stark erkältet, hat gerade Durchfall. Und ich hab wirklich total Angst, gerade in diesen Tagen.

    Andererseits sage ich mir eben auch immer, man kann die Kinder nicht vor allem beschützen, Blessuren und auch Krankheiten gehören zum Großwerden. Und ich reagiere beim Rumtoben nicht überängstlich, auch wenn ich ihr am liebsten manche Dinge verbieten würde. Aber damit würde ich die Kleine einschränken, wenn sie meine Angst bemerken würde.

    Liebe Grüße und ich hoffe sehr, dass sich diese großen Angstgefühle bei Dir auch wieder legen.

    :troest:
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